Endoskopie-Klemme. Von der Zerspanung zur MIM-Serie bei 90k Stück / Jahr.
Reales Kundenprojekt, anonymisiert veröffentlicht — zur Herkunft der Kennzahlen siehe Methodik.
Warum das Teil zum Projekt wurde.
Ein Hersteller minimalinvasiver chirurgischer Instrumente produzierte die Klemme bisher aus Stangenmaterial — Mehrspindel-Drehautomat, eine Aufspannung, 14 Sekunden Taktzeit pro Stück. Bei 240.000 Stück Jahresbedarf — davon 90.000 Stück über MIM.Experts — war der Verfahrenswechsel zu MIM seit Jahren ein offenes Thema, aber niemand hatte die Konstruktionsfreigabe durchgezogen.
Auslöser war eine Preiserhöhung des Rohmateriallieferanten und die gleichzeitige Anforderung, die Passivierungsqualität nach AMS 2700 zu zertifizieren. Beides zusammen machte die Zerspanung nicht mehr darstellbar.
Die Herausforderung im MIM: sinterreaktive Oberfläche ohne mechanische Nachbearbeitung und eine Entgratkante mit Radius R0,1 an der Klemmenschneide.
Wie die Quelle gewählt wurde.
Vier Werke wurden angefragt, zwei gemeinsam freigegeben: ein Primärwerk in Österreich, ein Sekundärwerk in Deutschland. Das günstigste Angebot kam aus Polen — freigegeben wurde es nicht.
Bewertet wurde nach der normierten Entscheidungsmatrix — Stückpreis, Lieferzeit Serie, freie Kapazität, Qualitätsindex, Audit-Status, Risikoklasse und CO₂ pro Teil, jeweils gewichtet. Die Einzelbewertungen der Werke veröffentlichen wir nicht. Sie enthalten Kapazitäts- und Qualitätsdaten unserer Fertigungspartner und liessen Rückschlüsse auf die Beschaffungsentscheidung des Kunden zu. Ihre eigene Matrix erhalten Sie mit dem Angebot — vertraulich, wie im NDA vereinbart.
Vom Brief zur Serie. Dokumentiert.
Jeder Schritt war protokolliert — Kunde, MIM Experts und die beiden Netzwerkwerke hatten jederzeit denselben Informationsstand. Die Zeitachse enthält Werkzeugbau, Abmusterung mit Schwindungskorrektur, PPAP und die Freigabeschleifen des Kunden. Der Werkzeugbau ist dabei mit Abstand der längste Einzelposten — er bestimmt, wann eine MIM-Serie anlaufen kann.
Was sich für den Kunden geändert hat.
Der Hebel liegt hier nicht im Stückpreis allein, sondern in der Kombination aus Verfahrenswechsel und zertifizierter Passivierung. Wer beides getrennt verhandelt, verliert einen Teil des Vorteils. — Einordnung · MIM.Experts Engineering
Bauteil, Werkstoff, Gewicht, Jahresmenge und Projektanlass stammen aus einem abgewickelten Kundenprojekt, veröffentlicht mit Zustimmung des Kunden. Kundenname, Artikelnummer und Preise nennen wir nicht. Die kaufmännischen Kennzahlen dieses Beispiels — Einsparung, Kostenanteile, Preisverhältnis der Standorte — sind nachgerechnet und nicht aus der Projektakte übernommen. Modell: Feedstock-Kosten nach Werkstoff, geometriebasierte Zykluszeit über die Kavitätenzahl, Sinteranteil nach Bauteilgewicht, Nacharbeit und Prüfung nach Anforderungsprofil. Maschinenstundensatz 85 €/h, Ausbeute 92 %, Overhead und Marge 35 %.
Standortbewertung, Q-Score und freie Kapazität sind bauteil- und zeitpunktbezogen und werden je Anfrage neu erhoben — dasselbe Werk kann in zwei Projekten unterschiedlich bewertet sein. Verbindlich ist ausschließlich ein Angebot nach Bauteilanalyse. Zum Richtpreiskalkulator